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Meine Hausgeburt – warum ich mich dafür entschieden habe und was ich heute anders machen würde

keepmovingkulmbach
30. Juli
6 Min. Lesezeit

Vielleicht stehst du gerade selbst vor der Frage: Klinik, Geburtshaus oder doch eine Hausgeburt?

Ich nehme dich mal mit in meine Geschichte.

Mein errechneter Termin war der 31.01.2025.

Obwohl ich mir eine Hausgeburt gut habe vorstellen können, habe ich diesen Gedanken anfangs verworfen. " Bei uns auf dem Land ist das eh nicht möglich" war mein Gedanke. Bei meinem Hybnobirthing Kurs lernte ich eine Doula kennen, die mir mitteilte, dass es diese Möglichkeit für mich doch gäbe. So entschied ich mich erst sehr spät im Laufe der Schwangerschaft dafür. 

Warum ich mich dafür entscheiden habe, hatte gute Gründe. Ein Jahr zuvor hatte ich bei einer OP eine Panikattacke, und generell habe ich in meiner frühen Kindheit viele negative Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht – mehrere große und kleine Operationen zwischen meinem 3. Monat und meinem 3. Lebensjahr. Obwohl ich bereits in Krankenhäusern gearbeitet habe und den Geruch etc. kenne, ist es etwas anderes dort als Patient zu sein und eine OP zu bekommen.

Sich für eine Hausgeburt zu entscheiden ist jedoch definitiv nicht leicht. Meine Frauenärztin wollte diesen Weg nicht mit mir gehen und hat mich deshalb 6 Wochen vor meinem ET aus ihrer Praxis geworfen. So kurzfristig habe ich natürlich keinen Ersatz bekommen, was die Nachsorgeuntersuchungen natürlich schwierig gestaltet haben. Viele Stunden habe ich vergeblich damit verbracht eine neue Ärztin zu bekommen- vergeblich. Viele hatten Verständnis, wollten mir gerne helfen. Aber es ist einfach an den Kapazitäten gescheitert. Auch ein Anruf bei der Ärztekammer war erfolglos. Diese wäre bereit gewesen meine Beschwerte aufzunehmen und empfanden dieses Verhalten meiner Ärztin als grob fahrlässig- aber was hätte es mir gebracht? Letzten Endes gäbe es dann noch weniger Ärzte in  der Region.

Welche Hürde du ebenfalls bedenken solltest. Die U2 Untersuchungen werden nicht selbstverständlich von den Kinderärzten durchgeführt. Auch das hat für viele Telefonate und unruhige Nächte gesorgt. 

Ich möchte dir nicht den Mut nehmen. Ich möchte dich nur darauf vorbereiten, dass wenn du ländlich wohnst es viele Hürden gibt, die du in Kauf nehmen musst. Und mich hat so manche Hochschwanger sehr stark belastet und an meine Grenzen gebracht.

Was ich an der Hausgeburt geliebt habe: 

Hier atte es tatsächlich einen Vorteil, das ich zu keiner Gynäkologin mehr konnte und die Hebammen die Untersuchungen durchgeführt haben. Erstens haben diese meinen ET in Bezug auf meine unregelmäßige Regel angepasster berechnet. Zweitens wurde nie von Einleitung gesprochen. Das wurde mir besonders bewusst, als ich aufgrund einer kleinen Problematik notfallmäßig zu einer Frauenärztin ging (ja es war ein Kampf jemanden zu finden, der einmal schaut). Diese begann direkt (1 Woche vor ET), dass das Kind viel zu schwer wäre, einen dicken Bauch habe und bei der Geburt eine Schulterluxation erleiten könne. Ich soll unbedingt am Tag des ETs vorbeikommen, dann würde sie nochmal untersuchen und mich über Einleitung aufklären. Diese Aussage, diese Sorfe der Ärztin hat soviel negatives in mir ausgelöst, dass ich froh war, Menschen um mich zu haben, die mir helfen konnte mich zu erden. Für mich stand fest. Einleitung! NEIN! Nicht solange es dem Kind gut geht.

Der weitere Vorteil an einer Hausgeburt:Kein Stress mit „Wann fahren wir los?“ oder „Ist es schon Zeit oder noch zu früh?“. Wir konnten es uns zu Hause gemütlich machen, ich hatte meine Sachen um mich herum, meine gewohnte Umgebung, meinen eigenen Rhythmus. Das hat mir viel Sicherheit gegeben.

Ich bin ein Mensch der lange aushalten kann und erst viel zu spät Hilfe anfordert. Meine Wehen begannen bereits um 22 Uhr. Ich dachte die ganze Zeit, dass es Übungswehen sind, weil mir jeder versichert hat, dass die Geburt noch dauern wird. Da ich wusste, dass die beiden Hebammenan diesem Tag bereits bei einer Geburt sind/waren, habe ich den Kontakt mit der Doula gehalten. Erst um 7 Uhr am nächten Tag habe ich diese telefonisch kontatiert. Auf die Frage ob siie sofort kommen sollen oder erstmal ihre Kinder wegbringen und sich fertig machen können, habe ich geantwortet, dass es noch zeit hätte. Sie bräuchten sich nicht zu schicken. Als die Truppe um halb 9 eintraf war der Muttermund bereits vollständig geöffnet. (Vermutlich war es dass bereits seit mehreren Stunden. Von den Wehen her vermute ich mal so gegen 7 Uhr.....) In meinem optimismus und weil ich mich theoretisch gut vorbereitet habe, wusste ich, dass dann ja die Geburt nicht mehr lange dauern sollte und das längste Stück geschafft ist. Ich sollte mich täuschen.

Nach ca. 10 Stunden in denen ich auf Toiletet kein Wasser lassen konnten haben die Hewbammen erst einen Katheter gelegt um die Blase zu leeren. Diesen Vorgang hätte ich mir viel früher gewünscht. In dieser Zeit habe ich nicht sitzen und laufen können, weil es zu sehr geschmerzt hat. Damals konnte ich es nicht benennen. Im Nachgang wusste ich, dass die Blase zu bärsten gefüllt war und das die Schmerzen verursacht hat. Durch die wenige Bewegung und die volle Blase ist das Baby natürlich im Becken nicht nach unten gerutscht.

Nach etwa 20 Stunden Wehen (ca. 16 Uhr)  sind wir dann aber doch ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde die Fruchtblase geöffnet und die diensthabende Hebamme hat sich sehr bemüht dem Kind zu helfen auf die Welt zu kommen. Während der gesamten Schwangerschaft war ein Kaiserschnitt für mich das Horrozenario schlecht hin. Doch durch die Stundenlangen wehen, durch den Schlafmange und die Stundelange anstrengung war ich so k.o. dass mir jeden Mittel recht war, es sollte nur vorbei sein. Nach weiteren 3,5 Stunden mit Wehenfördernden Mitteln, Schmermitteln und wehensenkenden Mitteln stand dann die Entscheidung fest. Es wird ein Kaiserschnitt.

Auch hierfür hatte mich mich mühsam vorbereitet, Absprachen gehalten und doch kam es anders als geplant. Das Legen des Zugangs war für mich das Schlimmste. Obwohl ich vor der kommenden Wehe gewarnt hatte (das Wehensenkmittel hat nicht so richtig funktioniert) hat der Nakrosearzt zugestochen und sich dann noch beschwert, dass ich mich bewegt hätte. Bis heute habe ich noch miot Taubheitsgefühlen zu tun. Lange nach der Geburt war ein sehr großer Bereich noch Taub. Hier konnte mich beim Heilpraktiker zum Glück helfen. Dieser Nakosearzt hat seinen Beruf absolut verfehlt. Und das noch als Leitung. Mich hätte die Aussage "der Arbeitet nur Sonntags und NAchts, weil er keine Lust hat zu arbeiten" dazu veranlassen müssen der Dame davor Geld zum Bleiben anzubieten. Das er auch noch die Leitung innehält bestätigt leider wieder die Fehlbesetzung so machen Ärzte. Ich kann das definitv bestätigen. Ich arbeite mit Ärzten zusammen. Die Assiatänzarzte sind offt viel besser als die Oberätze. Diese haben meist sämtlichen Bezug zur Realität verlohren.

Zu diesr Aussage komme ich nciht nur weil er 3 mal zustechen musste. Nein auch als ich ihm und die Hebammen mehrmals sagte, dass mir schlecht wird und ich brechen müsste hat er gewartet bis es soweit war. Sich mit Narkose auf einen OP Tisch, auf dem man sich nicht frehen kann zu übergeben ist kein Ereignis was ich jemanden wünschen würden. Hier wäre es schön gewesen etwas zum reinspuchen und Hilfe beim aufrichten zu erhalten. Vielen Dankl für nichts Hr. Doktor.

Am 9.2.25 um 20.31 Uhr hat dann unsere kleine Leonie das Licht der Welt erblickt. Es war ein sehr langer und steiniger Weg. Noch heute 1,5 Jahre nach der Geburt liegt diese mir schwer im Magen. Einiges hätte man verhindern können, hätte man nur frühzeitig eingegriffen. Das ist der Vorwurf, der mich bis heute noch quält.

Mein Fazit heute:Hausgeburt? Ja, auf jeden Fall wieder.Aber: Ich würde bei der Wahl meiner Hebammen andere Dinge beachten. Eine Doula würde ich nie mehr hinzuziehen. Sie war mir keine große Hilfe.

Ich habe die drei Helferinnen als eher passiv erlebt. Viel am Handy, am Reedn. Am Sufen nach einem geeigneten Mittagessen, etc. Ich hätte mir von Anfang an mehr aktive Unterstützung gewünscht – mehr Motivation zum Laufen, Positionswechsel, Bewegung. Sie haben meinen Mann dazu angestoßen, doch der war einfach überfordert. Stattdessen kam dieser Anstoß erst, als ich schon stundenlang gekämpft hatte, total müde und k.o. war.

Ein Punkt, der für mich im Nachhinein wirklich wichtig ist: Meine Blase war irgendwann so voll, dass ich zusätzliche Schmerzen hatte. Es hätte viel früher ein Katheter gelegt werden müssen. Tatsächlich wurde er erst etwa 10 Stunden, nachdem ich das letzte Mal auf der Toilette Wasser lassen konnte, von den Haushebammen gelegt. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon völlig erschöpft.

Was ich dir mitgeben möchte, wenn du über eine Hausgeburt nachdenkst:

  • Schau nicht nur darauf, ob eine Hebamme Hausgeburten anbietet, sondern auch, wie sie arbeitet.

  • Frag nach, wie aktiv sie dich während der Geburt unterstützt – z.B. bei Bewegung, Positionswechseln, Atmung.

  • Hör auf dein Bauchgefühl: Fühlst du dich wirklich gesehen, ernst genommen und gut begleitet?

Trotz Verlegung und Kaiserschnitt war die Entscheidung für eine Hausgeburt für mich richtig. Sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, meinen eigenen Weg zu gehen – und beim nächsten Mal würde ich noch genauer hinschauen, wer mich auf diesem Weg begleitet.

 
 
 

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